• Auftragseingang steigt im H1 auf MEUR 235,3 (+8,5%), Trend aus Q1 setzt sich auch in Q2 trotz anhaltendem Nahost-Konflikt fort
• Auftragsbestand wächst kontinuierlich auf MEUR 117,9 (+31,7% gegenüber Jahresbeginn)
• Umsatz sequenziell im Aufwind: Nach acht Quartalen Rückgang bzw. Stagnation steigt der Umsatz von Q1 auf Q2 um 7,7%, getrieben von der Erholung in der Precision Technology-Division
• EBITDA-Marge bleibt trotz herausforderndem Marktumfeld mit 11,8% zweistellig
• Diversifizierung beschleunigt sich: Wachstum bei Additive Manufacturing und steigende Nachfrage bei Geothermie und im Subsea Flow Control-Markt
SBO AG startete im ersten Halbjahr 2026 in einen neuen Zyklusaufschwung. Der Auftragseingang erhöhte sich auf MEUR 235,3 (1-6/2025: MEUR 216,9), ein Anstieg von 8,5% gegenüber dem Vorjahr. Der positive Trend aus dem ersten Quartal setzte sich trotz des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten auch im zweiten Quartal fort (Q2 2026: MEUR 117,7; Q1 2026: MEUR 117,6). Der Auftragsbestand stieg weiter und erreichte zum 30. Juni 2026 MEUR 117,9 (31. Dezember 2025: MEUR 89,5), ein Zuwachs von 31,7%. Der Anteil des Auftragseingangs aus neuen Geschäftsfeldern außerhalb der Öl- und Gasindustrie nähert sich der Marke von 10% – ein klares Zeichen, dass die Diversifizierungsstrategie von SBO messbare Ergebnisse liefert, getragen von Geothermie, 3D-Metalldruck und neuen Hochleistungswerkstoffen.
Ein neuer Zyklusaufschwung beginnt in unserem Kerngeschäft. Unser steigender Auftragseingang zeigt, dass die Talsohle durchschritten ist. Trotz des Konflikts im Nahen Osten und volatiler Ölpreise hielt die verbesserte Auftragslage aus dem ersten Quartal an.
Umsatz und Ergebnis lagen im ersten Halbjahr 2026 unter dem Vorjahresniveau, bedingt durch den erwarteten Nachlaufeffekt von einigen Quartalen nach dem niedrigen Auftragseingang des Jahres 2025 sowie die operativen Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten. Der Umsatz erreichte MEUR 204,7 (1-6/2025: MEUR 253,6), belastet durch Fremdwährungseffekte. Bereinigt um diese ging der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 14,7% zurück. Dabei zeigte sich bereits eine sequenzielle Verbesserung: Nach acht Quartalen mit einer rückläufigen bzw. zuletzt stagnierenden Entwicklung wurde der Umsatz im zweiten Quartal wieder klar um 7,7% gesteigert (Q2 2026: MEUR 106,1; Q1 2026: MEUR 98,5).
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im ersten Halbjahr auf MEUR 24,2 (1-6/2025: MEUR 44,5) – ein umsatzbedingter Rückgang infolge der niedrigeren Auftragseingänge aus dem Vorjahr. Die EBITDA-Marge lag trotz des herausfordernden Marktumfelds mit 11,8% weiterhin im zweistelligen Bereich (1-6/2025: 17,5%). Das Betriebsergebnis (EBIT) erreichte im ersten Halbjahr MEUR 6,9 (1-6/2025: MEUR 28,6), die EBIT-Marge betrug 3,4% (1-6 2025: 11,3%). In der sequenziellen Entwicklung konnte allerdings eine klare Steigerung verzeichnet werden. Das EBITDA verbesserte sich um 11,3% (Q2 2026: MEUR 12,7; Q1 2026: MEUR 11,4), das EBIT sogar um 52,2% (Q2 2026: MEUR 4,2; Q1 2026: MEUR 2,7).
Das Ergebnis vor Steuern betrug MEUR 3,1 (1-6/2025: MEUR 26,0), das Ergebnis nach Steuern MEUR 0,2 (1-6/2025: MEUR 18,5). Das Ergebnis je Aktie belief sich auf EUR 0,01 (1-6/2025: EUR 1,18).
Segmente: PT erholt sich, EE navigiert durch Herausforderungen
Auf Segmentebene zeigte sich eine unterschiedliche Entwicklung: Während sich das Ergebnis der Precision Technology-Division (PT) von Q1 auf Q2 durch die höheren Umsätze und gestiegene Kapazitätsauslastung deutlich verbesserte, ging die Profitabilität der Energy Equipment-Division (EE) im gleichen Zeitraum aufgrund der Zusammensetzung des Produktmixes, der Anlaufkosten des Reline- und Vertriebszentrums und des negativen Einflusses des Konflikts im Nahen Osten zurück.
Der Umsatz der Precision Technology-Division lag im ersten Halbjahr bei MEUR 85,9 (1-6/2025: MEUR 107,6). Auf Quartalsebene wirkte sich der anhaltend positive Trend beim Auftragseingang bereits auf den Umsatz aus: Der Anstieg von Q1 auf Q2 um 21,8% markiert die erste quartalsweise Steigerung nach acht rückläufigen Quartalen in Folge. Das EBITDA kam bei MEUR 9,6 zu liegen (1-6/2025: MEUR 22,4), was einer EBITDA-Marge von 11,1% entspricht (1-6/2025: 20,8%). Das EBIT lag bei MEUR 2,4 (1-6/2025: MEUR 16,4), die EBIT-Marge bei 2,8% (1-6/2025: 15,3%).
In der Energy Equipment-Division lag der Umsatz im Jahresvergleich um 18,7% unter dem Vorjahr bei MEUR 118,7 (1-6/2025: MEUR 146,0). Der Umsatz war durch logistische Einschränkungen infolge des Konflikts im Nahen Osten belastet, die den Einsatz von Produkten und Services vor Ort vielfach verhinderten. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch einen unvorteilhaften Produktmix und Anlaufkosten für das Reline- und Vertriebszentrum in den USA beeinflusst. Das EBITDA betrug MEUR 15,8 (1-6/2025: MEUR 25,6), die EBITDA-Marge lag bei 13,3% (1-6/2025: 17,6%). Das EBIT belief sich auf MEUR 5,9 (1-6/2025: MEUR 16,0), die EBIT-Marge auf 5,0% (1-6/2025: 10,9%).
Hervorragende Bilanzstruktur untermauert strategische Flexibilität
SBO verfügt weiterhin über eine exzellente Bilanzstruktur. Nach einer Dividendenzahlung in Höhe von MEUR 11,8 im 2. Quartal belief sich das Eigenkapital zum 30. Juni 2026 auf MEUR 427,0 (31. Dezember 2025: MEUR 421,9). Daraus ergab sich eine Eigenkapitalquote von 47,5% (31. Dezember 2025: 47,2%). Der Bestand an liquiden Mitteln lag zum Stichtag bei MEUR 254,8 (31. Dezember 2025: MEUR 281,5). Die Nettoverschuldung betrug MEUR 100,1 (31. Dezember 2025: MEUR 78,1), vorrangig bedingt durch die Dividendenzahlung und hohe CAPEX im ersten Halbjahr 2026 sowie einen Anstieg des Working Capitals aufgrund höherer Aktivitäten in der PT-Division. Das Gearing lag zum 30. Juni 2026 bei 23,4% (31. Dezember 2025: 18,5%).
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf MEUR 11,2 (1-6/2025: MEUR 37,1). Der Freie Cashflow lag bei MEUR -13,3 (1-6/2025: MEUR 18,4). Der Anstieg des Cashflows aus der Investitionstätigkeit auf MEUR -24,5 gegenüber MEUR -18,7 in 1-6/2025 resultierte vor allem aus der strategischen Diversifizierung, insbesondere dem Ausbau der 3D-Metalldruck-Kapazitäten (MEUR -8,6). Die hohe Liquidität und finanzielle Stabilität bilden eine solide Grundlage für die Finanzierung des Zyklusaufschwungs und die Umsetzung der Wachstumsstrategie.
Erholung in Sicht: Strukturelle Treiber werden Nachfrage stützen
Energieversorgungssicherheit ist zur strategischen Priorität geworden und manifestiert sich in drei strukturellen Treibern, die die Nachfrage nach SBO-Produkten und Services unterstützen werden: Die Wiederauffüllung der abgebauten kommerziellen und strategischen Lagerbestände, die Diversifizierung der Versorgung mit breiterer Streuung der Bezugsquellen sowie der beschleunigte Ausbau lokaler Ressourcen zur Stärkung der langfristigen Resilienz. Zusätzlich ist von steigenden Ausgaben für den Wiederaufbau der Produktionskapazitäten im Nahen Osten auszugehen. Erste Kunden sprechen zudem über den Beginn eines neuen Zyklusaufschwungs. Dieses höhere Aktivitätsniveau zeigt sich bereits in der Precision Technology-Division.
Insgesamt erwartet SBO aktuell eine weitere Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Eine schrittweise Normalisierung von Aktivität und Logistik im Nahen Osten würde zusätzliches Aufwärtspotenzial bieten, sobald aufgeschobene Kundenprojekte wieder aufgenommen werden.
Parallel dazu beschleunigt SBO die Diversifizierung in mehreren Wachstumsmärkten. Im Bereich Additive Manufacturing erweitert SBO die Kapazitäten um sieben neue 3D-Metalldrucker in den USA und Großbritannien, die bis September 2026 in Betrieb genommen werden und vergrößert die additive Fertigungsfläche am US-Standort um 50% auf über 2.100 m². Damit positioniert sich SBO, um vom prognostizierten Marktwachstum von rund USD 1,5 Milliarden im Jahr 2025 auf USD 4,8 Milliarden bis 2030 zu profitieren. Die Kundennachfrage aus Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Halbleiterindustrie und Energie wächst.
Im Bereich Geothermie wurden SBO-Bohrmotoren kürzlich erfolgreich in einem Programm eingesetzt, das auf Bohrlochtemperaturen von 300-400 °C abzielt – ein Beleg für die Übertragbarkeit der SBO-Bohrtechnologien auf diesen stark wachsenden Markt. Im Bereich Flow Control gewinnt die Hochleistungslegierung H720 an kommerziellem Gewicht: Nach der vollständigen NORSOK-Zulassung läuft bei einem führenden internationalen Subsea-Kunden ein beschleunigtes Materialfreigabeprogramm für kritische Anwendungen in Subsea Flow Control-Systemen.
Versorgungssicherheit gewinnt an Bedeutung und Lagerbestände sowie strategische Reserven werden wieder aufgebaut. Diese strukturellen Treiber werden die Nachfrage weiter stützen. Gleichzeitig wächst der Beitrag aus unserer strategischen Diversifizierung. Der Anteil am Auftragseingang aus neuen Geschäftsfeldern außerhalb der Öl- und Gasindustrie nähert sich der Marke von 10%. Dahinter stehen Geothermie, 3D-Metalldruck und neue Hochleistungswerkstoffe.
Die wichtigsten Kennzahlen von SBO auf einen Blick
| EINHEIT | 1 – 6/2026 | 1 – 6/2025 |
Auftragseingang | MEUR | 235,3 | 216,9 |
Umsatz | MEUR | 204,7 | 253,6 |
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) | MEUR | 24,2 | 44,5 |
EBITDA-Marge | % | 11,8 | 17,5 |
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) | MEUR | 6,9 | 28,6 |
EBIT-Marge | % | 3,4 | 11,3 |
Ergebnis vor Steuern | MEUR | 3,1 | 26,0 |
Ergebnis nach Steuern | MEUR | 0,2 | 18,5 |
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | MEUR | 11,2 | 37,1 |
Freier Cashflow | MEUR | -13,3 | 18,4 |
Liquide Mittel zum 30.6.2026 / 31.12.2025 | MEUR | 254,8 | 281,5 |
Nettoverschuldung zum 30.6.2026 / 31.12.2025 | MEUR | 100,1 | 78,1 |
Eigenkapitalquote zum 30.6.2025 / 31.12.2024 | % | 47,5 | 47,2 |
Mitarbeiter zum 30.6.2026 / 31.12.2025 |
| 1.572 | 1.539 |
Downloads:
Halbjahresbericht: https://www.sbo.at/de/investor-relations/reports-publications
SBO Logo: https://www.sbo.at/de/media/sbo-brand
Fotos des Vorstands: https://www.sbo.at/de/media/board-photos